Was sie schon immer über Birnen wissen wollten + Rezept: Birne schöne Helene

Bereits etwa 50 nach Christus hat der römische Geschichtsschreiber und Botaniker Plinius 35 verschiedene Birnensorte für die Nachwelt aufgelistet.

Als Theodor Fontane „Herr von Ribbeck auf Ribbek im Havelland“ dichtete war die Birne auch in unseren Breiten schon längst heimisch. Dennoch verhalf Fontanes Gedicht der Birne zu unvergänglichem Ruhm.

Weltweit gibt es inzwischen rund 2500 verschiedene Birnen-Sorten. Unterschieden wird zwischen Sommer-Herbst und Winterbirnen, sowie zwischen Tafelbirnen die sich hauptsächlich zum direkten Verzehr eignen, den Mostbirnen zur Saftherstellung und den Kochbirnen für Kompott.

Übrigens sind Birnen deutlich süßer als Äpfel, aber nur weil sie weniger Säure enthalten. Im Handel sind die Birnen ganzjährig zu kaufen. Beim Einkauf muss man darauf achten, dass sie eine glatte und unbeschädigte Schale haben. Gelbe und weiche Birnen mit braunen Flecken sind bereits überreif. Birnen reifen bei Zimmertemperatur sehr schnell nach und sind aus diesem Grund nur wenige Tage haltbar. Bereits reife Birnen können im Kühlschrank bis zu maximal zwei Tagen gelagert werden. Zum Einfrieren sind Birnen nicht geeignet, es sei denn man hat sie vorher zu Kompott verarbeitet. Die beste Art Birnen haltbar zu machen, ist das Einkochen wie zu Omas Zeiten in Gläser.

Bekannte Birnensorten:

Abate Fetel:

Die Abate Fetel gehört zu den alten Birnensorten. Sie ist ab September pflückreif und kann bis Januar gelagert werden. Diese Birne erreicht eine Länge von bis zu 12 cm und gehört somit zu den sehr großen Sorten. Das feine Fruchtfleisch ist weiß, sie hat einen süßen säurearmen Geschmack mit einem feinen Aroma. Genutzt wird sie als Tafelbirne.

 

 

 

 

Williams Birne:

Das Fruchtfleisch der Williams Birne ist gelb-weiß und hat ein intensives Aroma. Sie reift von August bis September. Benannt wurde diese Birnen-Sorte nach der Baumschule Williams in London und das bereits im Jahr 1770. Ihren Einsatz findet sie als Tafelobst und vor allem zur Herstellung von Obstbrand und Likör. Ein besonderes Verfahren entwickelte eine Walliser Familie, die Germaniers. Um eine Birne in eine Flasche zu bekommen, stülpten sie nach der Blüte Flaschen über die winzigen Früchte. Die Birnen wuchsen bis zum Herbst in der Flasche und wurden dann geerntet und mit einem Williamsbrand abgefüllt.

 

Als Rezept ein feines Dessert die „Birne schöne Helene“ die leider etwas in Vergessenheit geraten ist.

Ihren Namen verdankt die Birne Helene einem Musikbegeisterten Pariser Patissier. Jaques Offenbach feierte 1884 in Paris sehr erfolgreich die Uraufführung seiner Oper „Die schöne Helene“. Aus Begeisterung für die damals umjubelte Aufführung und vermutlich deren schöne Hauptdarstellerin kreierte der Patissier eine neues Dessert und gab ihm den Namen „Birne schöne Helene“

Rezept: Birne schöne Helene

  • 4 reife Birnen
  • 200 ml Weißwein
  • 1 El Zucker
  • 1 Stange Zimt
  • 1 Bio-Zitrone, Schale
  • 130 g Bitterschokolade
  • 2-3 El Cognac
  • 25 g Butter
  • 500 g Vanilleeis
  • Schlagsahne

Zubereitung:

  1. Den Weißwein mit Zucker, Zimt und Zitronenschale aufkochen. Die geschälten, entkernten und halbierten Birnen in den Sud geben. Circa 10 Minuten weichdünsten lassen.
  2. Die Birnen aus dem Sud nehmen, abtropfen und erkalten lassen.
  3. Die Schokolade fein reiben und mit der Butter und dem Cognac im Wasserbad schmelzen.
  4. Birnen mit Vanilleeis anrichten. Die warme Schokosauce darüber geben.

Wer mag kann noch ein paar Nüsschen über die Birne streuen, im Originalrezept waren es kandierte Veilchen.

 

Ein Kommentar

  1. Carsten 16. Oktober 2018 um 10:21 Uhr - Antworten

    leckeres Rezept….muss ich mal machen

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