„Du Gipfel meines Entzückens“, schwärmte schon der deutsche Schriftsteller Joachim Ringelnatz im Jahre 1934 von der Pellkartoffel in seinem Gedicht „Abschiedsworte an Pellka“.

Kein Wunder, lassen sich die mit Schale gekochten Erdäpfel doch vielseitig genießen, zum Beispiel mit Salz, einer würzigen Soße oder zu frischem Kräuterquark. Wie Pellkartoffeln besonders gut gelingen und wie sie auch noch lange nach der Zubereitung schmackhaft bleiben, verraten die Experten der Kartoffel Marketing GmbH.

Klassisch im Kochtopf

Die Wahl der passenden Kartoffelsorte ist leicht, denn prinzipiell eignen sich alle Sorten für die Zubereitung von Pellkartoffeln – hier kommt es eher auf den persönlichen Geschmack an. Mehligkochende Kartoffeln werden schön weich und können viel Soße aufnehmen. Festkochende und vorwiegend festkochende bleiben hingegen relativ bissfest. Wichtig ist es lediglich, darauf zu achten, dass die Kartoffeln in etwa alle gleich groß sind – so erreichen sie gleichzeitig ihren Garpunkt.

Um Pellkartoffeln zuzubereiten, werden die Knollen zunächst gründlich unter fließendem Wasser gesäubert, in einen Kochtopf gegeben und mit so viel kaltem, gesalzenem Wasser übergossen, dass sie knapp bedeckt sind. Nach dem Aufkochen sollten sie 20 bis 30 Minuten köcheln. Mit einer Garprobe lässt sich feststellen, ob die schmackhaften Erdäpfel verzehrfertig sind. Hierfür wird ein spitzes Küchenmesser in eine Kartoffel gesteckt. Wenn sie nicht am Messer stecken bleibt, sondern direkt wieder herunterrutscht, sind die Kartoffeln fertig.

Schnell gepellt

Besonders gut lassen sich Kartoffeln im noch warmen Zustand pellen. Um sich dabei nicht die Finger zu verbrennen, hilft es, die Kartoffel mit einem Küchentuch oder einer Pellkartoffelgabel festzuhalten und die Schale mit einem spitzen Küchenmesser abzuziehen. Dieter Tepel, Geschäftsführer der Kartoffel-Marketing GmbH, hat für Pellkartoffelfans noch einen besonderen Tipp: „Um Pellkartoffeln schnell von ihrer Schale zu befreien, empfiehlt es sich, diese einfach vor dem Kochen in der Mitte rundherum einzuschneiden und mit kaltem Wasser abzuschrecken. Dadurch lässt sich die Schale anschließend ganz einfach nach links und rechts abziehen.“

Für Eilige:

Zubereitung in der Mikrowelle. Gerade, wenn es nach Feierabend zügig gehen muss, können Pellkartoffeln auch in der Mikrowelle zubereitet werden. Hierfür werden die Kartoffeln unter fließendem Wasser gesäubert und die noch nassen Knollen in einen Gefrierbeutel gefüllt. Damit dieser bei der Zubereitung nicht platzen kann, sollte er mit einem Bindfaden verschlossen und mit Löchern versehen werden.

Anschließend kommen die verpackten Kartoffeln für fünf bis sechs Minuten bei 800 Watt auf den Mikrowellen-Drehteller. Nach der Hälfte der Zeit ist eine Garprobe fällig. Haben die Kartoffeln die gewünschte Konsistenz erreicht, können sie auf den Teller gelegt und, nach kurzer Abkühlzeit, gepellt werden.

Pellkartoffeln haltbar machen

Pellkartoffeln eignen sich übrigens auch hervorragend zum Einkochen. Dazu werden die Knollen erhitzt bis sie halbgar sind, das Wasser abgegossen und die Kartoffeln in sterile Einmachgläser gefüllt. Salzwasser, auf die Kartoffeln gegeben, bis sie bedeckt sind, sorgt bei einer späteren Wiederverwertung der Pellkartoffeln für einen dezent-würzigen Geschmack. Anschließend lassen sich die geschlossenen Gläser, mit einem Küchentuch vom Topfboden getrennt, für 90 Minuten einkochen. Die Pellkartoffeln sind in den Einmachgläsern bis zu mehreren Jahren haltbar und lassen sich gut weiterverarbeiten, zum Beispiel zu Kartoffelsuppe oder Bratkartoffeln. Wichtig ist es, darauf zu achten, dass der Deckel beim Öffnen der Gläser klickt und die Kartoffeln sich nicht verfärbt haben.

Auch mediterran lassen sich Pellkartoffeln genießen, zum Beispiel mit spanischer Salsa Verde.

Rezept: Pellkartoffeln mit Salsa Verde

Zutaten für 4 Portionen

  • 800 g kleine festkochende Kartoffeln
  • 1-2 Knoblauchzehen
  • Kapern
  • 5 Essiggurken
  • 6 Sardellenfilets
  • 1 Bund glatte Petersilie
  • 1 Bund Basilikum
  • 1 Handvoll frischer Rucola
  • 1 El Koriander
  • 3 El Rotweinessig
  • 2 El Senf
  • 100 ml Olivenöl
  • Salz
  • Zitronensaft

Zubereitung

  1. Kartoffeln mit einer Bürste unter fließendem Wasser gründlich abbürsten.
  2. Kartoffeln in einen Topf geben. Kaltes Wasser zugeben, bis die Kartoffeln knapp bedeckt sind und salzen. Aufkochen und zugedeckt ca. 20-30 Minuten in kochendem Wasser garen.
  3. Während die Kartoffeln kochen, die Salsa Verde zubereiten. Hierzu alle Zutaten sehr fein hacken und in eine Schüssel geben. Senf und Rotweinessig hinzufügen. Das Olivenöl langsam einrühren, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Mit frisch gemahlenem Pfeffer, Salz und Zitronensaft abschmecken.
  4. Die fertig gegarten Kartoffeln abgießen und einige Minuten ausdampfen lassen. Zum Pellen die Kartoffeln festhalten und mit einem kleinen Küchenmesser die Schale abziehen.
  5. Die noch warmen Pellkartoffeln gut mit der Salsa Verde vermischen und servieren.

 

Foto: DKHV/Markus Basler