Dünn, würzig und knusprig frittiert – Chips aus Kartoffeln dürfen als Partysnack oder beim Fernsehabend auf der Couch nicht fehlen. Doch wie wurde aus der tollen Knolle überhaupt ein beliebter Knabberspaß?

Die Kartoffel-Marketing GmbH kennt zwei Theorien, nach denen wir die knusprigen Kartoffelscheiben entweder einem anspruchsvollen Restaurantgast oder einem kleinen Küchenunfall zu verdanken haben.

Ein kulinarischer Racheakt …
Die erste Theorie zur Entstehungsgeschichte der Kartoffelchips beginnt im kalifornischen Saratoga Springs in den USA. Hier arbeitete George Speck, später unter dem Namen George Crum bekannt, als Koch in einem Hotel. Im August 1853 hatte der ambitionierte Küchenmeister einen äußerst anspruchsvollen Gast, den Unternehmer und Großindustriellen Cornelius Vanderbilt. Dieser ließ die von Crum aufgetischten Bratkartoffeln mehrmals in die Küche zurückgehen. Der Grund: Die Kartoffelscheiben waren ihm zu dick. Aus Verärgerung schnitt Crum daraufhin so dünne und krosse Kartoffelscheiben, dass sie sich nicht mehr mit der Gabel aufspießen ließen und salzte zudem noch einmal kräftig nach. Zu seiner großen Verwunderung schmeckten dem Gast die dünnen und versalzenen Kartoffelscheiben vorzüglich. Die Kartoffelchips wurden in Crums Restaurant sehr schnell zum Erfolg und fortan auf der Speisekarte angeboten.

… oder ein fettiger Fauxpas?
Eine andere Erzählung besagt, dass die Schwester von Crum eine zu dünn geschnittene Kartoffelscheibe versehentlich in heißes Fett fallen ließ. Von dem Ergebnis war George Crum so begeistert, dass er die knusprigen Kartoffelscheiben in seinem Restaurant anbot.

Welche Geschichte der Wahrheit entspricht, kann nicht genau gesagt werden. In jedem Fall spielt jedoch George Crum eine zentrale Rolle.

Von Saratoga in die Welt
Heute kennen wir Kartoffelchips überall auf der Welt. Den Startschuss zur industriellen Produktion gab die Erfindung einer Kartoffelschälmaschine im Jahre 1920. Doch der große Erfolg blieb erst einmal aus, da die Chips ungewürzt angeboten wurden. Der Durchbruch folgte rund 20 Jahre später durch die Erfindung einer Technik zur Zugabe von Gewürzen. Daraufhin stieg die Nachfrage an Kartoffelchips rasant an. Dieter Tepel, Geschäftsführer der Kartoffel-Marketing GmbH, erklärt: „Nach Deutschland kamen Kartoffelchips im Jahr 1951. Damals hatte der Ingenieur Heinz Flessner die Lizenz zur Produktion der knusprigen Kartoffelscheiben erworben und stellte diese vorerst in Heimarbeit gemeinsam mit seiner Frau exklusiv für amerikanische Besatzungssoldaten her. Die industrielle Produktion startete einige Jahre später.“

Für alle, die ihre Kartoffelchips am liebsten täglich essen würden, hat der Kartoffelexperte Dieter Tepel noch einen Tipp: „Kartoffelchips lassen sich knusprig und ganz ohne Zugabe von Fett in der Mikrowelle zubereiten, alternativ gelingen selbstgemachte Kartoffelchips auch figurfreundlich im Backofen“, so der Experte.

Fettfrei und knusprig: Kartoffelchips aus der Mikrowelle

Zutaten für 2 Portionen:

  • 2-3 mittelgroße Kartoffeln
  • Schaschlikspieße
  • Salz
  • Gewürze nach Belieben

Zubereitung:

  1. Die Kartoffeln schälen und anschließend mit dem Gemüsehobel oder einem Sparschäler in dünne Scheiben schneiden.
  2. Die rohen Scheiben dann ein paar Minuten in eine Schüssel mit kaltem Wasser geben, um etwas von der Stärke auszuwaschen. Anschließend das Wasser abgießen, die Scheiben mit Küchenpapier trocken tupfen und auf die Schaschlikspieße stecken, sodass an den Enden noch etwas Platz ist – idealerweise berühren sich die Scheiben nicht.
  3. Die Enden der Spieße dann auf den Rand einer mikrowellenfesten Form oder Schüssel legen, so dass die Chips „schweben“. Die Form mit den Spießen in die Mikrowelle stellen und je nach Wattleistung etwa acht Minuten erwärmen.
  4. Damit die Chips weder zu knusprig noch zu weich sind, sollten diese stetig beobachtet werden. Wenn die Chips fein gebräunt und knusprig sind, können sie aus der Mikrowelle geholt werden.
  5. Jetzt nur noch von den Spießen holen (das geht am besten indem diese leicht dabei gedreht werden), in einer Schüssel nach Belieben würzen und anschließend schmecken lassen.

Fotos: Kartoffel-Marketing GmbH / Weisser Pixabay