Buchvorstellung: Vegetarisch kochen – türkisch – eine der raffiniertesten Küchen der Welt präsentiert sich – mit Rezepten

Wer bei türkischem Essen nur an Döner und Kebap denkt, hat bisher kulinarisch viel verpasst.

Dieses Buch zeigt: Die türkische Küche gilt zu Recht als eine der raffiniertesten Küchen der Welt. Mit einer Mittelmeerküste, die sich vom Bosporus über 1500 Kilometer nach Syrien erstreckt, ist die Türkei nicht nur politisch, sondern auch kulinarisch die Schnittstelle zwischen Europa und dem Orient. Durch das reiche Angebot an sonnengereiftem Gemüse, würzigen Kräutern und Gewürzen und durch die Einflüsse vieler Kulturen sind über die Jahrhunderte vielfältige Kochtraditionen entstanden.

Für die Familie und stets willkommene Gäste ist in der Türkei der Tisch auch mit vegetarischen Gerichten reich gedeckt. Köstliche Dips, Pürees und Salate, eingelegtes Gemüse und gefüllte Weinblätter versprechen bereits als Vorspeisen höchste Gaumenfreuden. Zum Hauptgang schmecken in Olivenöl geschmortes Gemüse, raffiniert gewürzte Reis und Bulgurgerichte oder Börek mit Gemüse- und Schafskäsefüllung. Den Abschluss bilden Desserts wie Helva oder in Sirup eingelegte Feigen.

foodies Fazit: So schlicht sich der Buchtitel anhört, so schlicht ist dieses Kochbuch aber auf keine Fall. Viele tolle Tipps runden das Rezeptangebot ab. Die Rezepte sind auch für den Nicht-Vegetarier ein Genuss. Und nebenbei erfährt man einiges über die osmanische Kultur, sowie Land und Leute und wird feststellen, dass türkische Küche wirklich nicht beim Döner aufhört. Warenkunde und Zubereitungstipps machen es leicht, die mediterranen und orientalischen Köstlichkeiten nachzukochen.

 

Veggie_LogoRezepte:

Kichererbsen-Zwiebel-Bällchen  Topik

 Zutaten:

  • 125 g Kichererbsen
  • Wasser zum Einweichen und Kochen
  • 250 g Zwiebeln
  • ½ l Wasser
  • Meersalz
  • ¼ l Wasser
  • 4 EL (75 g) Sesampaste (Tahin)
  • ½ Bund glatte Petersilie
  • 2 EL kleine türkische Rosinen (Kuş üzümü)
  • ersatzweise Sultaninen
  • 2 EL Pinienkerne
  • ¼ TL schwarzer Pfeffer
  • ¼ TL Zimtpulver
  • ¼ TL Gewürznelkenpulver
  • 1 TL Zucker
  • 4 Kochservietten
  • Kochschnur
  • Zimtpulver zum Bestreuen
  • 3 l Wasser

 Zubereitung:

  1. Kichererbsen über Nacht in reichlich Wasser einweichen.
  2. Zwiebeln schälen, halbieren und in halbmondförmige Streifen schneiden.
  3. Die Zwiebelstreifen in einem kleinen Topf mit dem Wasser und etwas Salz zum Kochen bringen und 15 Minuten weich kochen. Anschließend die Zwiebeln abgießen, abkühlen lassen und ausdrücken. Das Zwiebelwasser dabei auffangen.
  4. Die eingeweichten Kichererbsen mit frischem Wasser aufsetzen und etwa 45 Minuten weich kochen, abgießen und pürieren.
  5. Das Kichererbsenpüree mit einem Esslöffel Sesampaste und einer Prise Salz vermischen und gut verkneten.
  6. Die Petersilie waschen und fein hacken. Die restliche Sesampaste mit den Zwiebeln, der gehackten Petersilie, den Rosinen und Pinienkernen verrühren und mit Meersalz, schwarzem Pfeffer, Zimt, Gewürznelken und Zucker würzen.
  7. Die Kochservietten anfeuchten und auf einem Tisch auslegen.
  8. Die Kichererbsenpaste vierteln und zu Kugeln formen. Auf jede Serviette eine Kugel setzen und zu einem Kreis von 15 Zentimeter Durchmesser ausrollen. Darauf die Zwiebelmischung geben, zum Rand hin etwas Platz lassen. Die Servietten an den Enden zusammennehmen und wie einen Knödel leicht zusammendrücken. Mit der Kochschnur zusammenbinden.
  9. In einem breiten Topf das Wasser mit etwas Salz zum Kochen bringen.
  10. Dann die Temperatur reduzieren, bis das Wasser nur mehr siedet und die Serviettenknödel (eventuell an einem Kochlöffelstiel) hineinhängen.
  11. Die Kichererbsenbällchen 20 – 30 Minuten ziehen lassen. Dann herausnehmen und in dem aufgefangenen Zwiebelwasser abkühlen lassen.
  12. Die Schnüre entfernen und die Kichererbsen-Zwiebel-Bällchen vorsichtig aus den Servietten lösen.
  13. Die Bällchen zum Servieren auf Teller legen und leicht mit Zimt bestreuen

foodies Küchengeflüster: Topik ist ein Gericht, das aus der christlich-armenischen Istanbuler Küche stammt und traditionell in der vorösterlichen Fastenzeit zubereitet wurde.

Reisblätter mit Nussfüllung Güllaç

 Zutaten:

  • 1 Vanilleschote
  • 3 l Milch
  • 700 g Zucker
  • 12 Güllaçblätter
  • 400 g gehackte Walnüsse
  • oder 200 g Wal- und 200 g Haselnüsse
  • 4 EL fein gemahlene Pistazienkerne
  • 6 EL Granatapfelkerne

Zubereitung:

  1. Die Vanilleschote aufschneiden und das Mark auskratzen.
  2. Die Milch mit Vanillemark und Zucker aufkochen, lauwarm abkühlen lassen.
  3. In eine große, runde Form zuerst ein Güllaçblatt legen, dann drei Esslöffel Nüsse gleichmäßig darauf verteilen.
  4. Einen Suppenlöffel gesüßte Milch darübergießen.
  5. Das zweite Güllaçblatt darauflegen, wieder mit drei Esslöffel Nüssen bestreuen und Milch darüberschöpfen. Mit den restlichen Güllaçblättern, Nüssen und Milch genauso verfahren.
  6. Zum Schluss das letzte Güllaçblatt auflegen.
  7. Dann die restliche Milch darübergießen und zwei Stunden an einem kühlen Ort durchziehen lassen.
  8. Vor dem Servieren mit Pistazien- und Granatapfelkernen bestreuen.
  9. Das Dessert in große Quadrate (10 cm × 10 cm) schneiden.

foodies Küchengeflüster:  Güllaç ist ein leichtes Dessert, das vor allem während des muslimischen Fastenmonats Ramadan gerne gegessen wird. Güllaçblätter gibt es deshalb während des Ramadans in türkischen Geschäften zu kaufen. Sie werden aus Reis- oder Maisstärke hergestellt. Sie sehen wie riesige Backoblaten aus (etwa einen Meter Durchmesser).

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Sollten Sie keine große runde Form zur Hand haben, können Sie auch eine rechteckige Form verwenden. Die Blätter können dann entsprechend der Größe der Form zerbrochen werden. Die Randstücke werden einfach zwischen den einzelnen Lagen mit eingeschichtet.

Morgen im Teil 2 stellen wir weitere vegetarisch türkische Rezepte vor.

 

Titel: Vegetarisch kochen – türkisch

Autorin: Katrin Eppler

Verlag: pala-verlag, Darmstadt

Preis: 14,00 €

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