Jubiläum: 10 Jahre Pfefferkontor Berlin

Begonnen hat alles mit einem privaten Pfeffer-Notstand.

Die Sehnsucht nach hochwertigen Gewürzen sowie nachhaltigen Wertschöpfungsketten keimte jedoch schon länger in den Köpfen von Arnt von Bodelschwingh und Olga Taranczewski.

In diesem Jahr feiern sie mit dem Pfefferkontor bereits das 10 jährige Jubiläum. Was die hanseatischen Handelshäuser mit der Marke zu tun haben und wo sie sich in weiteren zehn Jahren sehen, verraten die beiden Geschäftsführer in einem Jubiläums-Interview.

2006 fiel der Startschuss. Die Geschäftsidee namens Pfefferkontor wird ins Leben gerufen und mit ihr der persönliche Anspruch, kulinarischen Genuss in bester Qualität auf den deutschen (Gewürz-)Markt zu bringen. Zum 10. Jubiläum blicken die Gourmet-Visionäre zurück auf ihre Anfänge aber auch nach vorne – in eine Zukunft voller neuer Ideen, Träume und Wünsche.

Interview mit Arnt von Bodelschwingh und Olga Taranczewski

Pfefferkontorgründer_Fotocredit Georg Lopata_815x1024

Arnt von Bodelschwingh und Olga Taranczewski

? Welches Gewürz war euer allererstes im Sortiment?
! Schwarzer, weißer und grüner Urwald-Pfeffer. Wir hatten zufällig von einer Entwicklungsinitiative gelesen, die Pfeffer importiert, diesen bestellt, getestet – und waren begeistert.

? Wie kamt Ihr auf den Namen Pfefferkontor?
! Arnt: Ich kann mich nicht genau erinnern. Sicherlich spielte eine Rolle, dass wir unseren Qualitätsanspruch auch im Namen transportieren wollten. Das Kontor weckte bei uns die Assoziation an hanseatische Handelshäuser oder Kolonialwarenläden. Das passte gut zum Produkt und auch zur hohen Qualität. Der Pfeffer tauchte von Anfang an im Namen auf, weil uns klar war, dass dieses Gewürz den Schwerpunkt im Sortiment bilden würde.

? Welche Motivation hattet Ihr, vor zehn Jahren die Marke ins Leben zu rufen?
! Hohe Qualität bedeutet dabei auch eine sinnvolle und hochwertige Verpackung. Nach dem Grundsatz „form follows function“ haben wir uns für die aufwändigen Weißblechdosen entschieden, die unser Beitrag zu einer möglichst guten, das heißt: schonenden Lagerung beim Nutzer ist. Was den Inhalt betrifft, wollten wir ausschließlich Produkte verkaufen, die uns persönlich auch voll überzeugen. Das ist bis heute so.
! Arnt: Zum Pfeffer sind wir dann aus Zufall gekommen. Wir sind beide dem kulinarischen Genuss sehr zugeneigt und mir ist irgendwann Zuhause der Pfeffer ausgegangen. Die Suche nach einem ungemahlenen, wirklich aromatischen Pfeffer mit korrekter Herkunftskennzeichnung in größerer Menge ließ mich schier verzweifeln. Da gab es eindeutig eine Marktnische zu füllen. Als ich Olga fragte, was sie denn von Pfeffer als Produkt halte, las sie gerade Salman Rushdies Roman „Des Mauren letzter Seufzer“, der von einer Familie von Gewürzhändlern handelt. Olga sah das als gutes Omen und stimmte zu. Dann ging die Suche nach jenem guten Pfeffer los, der all diese Bedingungen erfüllen sollte – und dauerte noch ein gutes halbes Jahr.
! Olga: Am Anfang war die konzeptionelle Idee, mit einem Produkt zu handeln, das in hoher Qualität möglichst ohne Umwege zum Kunden kommt. Das Geschäftsmodell stand also schon fest, bevor wir überhaupt ein Produkt hatten: Wir wollten fair gehandelte Ware aus einer nachhaltigen Wertschöpfungskette, in der an keiner Stelle jemand ausgebeutet wird und das Produkt dennoch unsere hohen Qualitätsansprüche erfüllt.

? Habt Ihr in den 10 Jahren auch einmal an der Zukunft gezweifelt? Wenn ja, warum?
! Wie alle Gründer haben wir unglaublich dumme Fehler gemacht, aber eigentlich nie das Ganze in Frage gestellt. Selbstzweifel sind eigentlich ein guter Begleiter bei der Gründung eines Unternehmens. Es gibt keine Mentoren, Lehrer oder Eltern, die einem sagen, wie es geht, oder einen im Zweifel „heraushauen“. Wir haben aus Fehlern und Zweifeln stets unsere Lehren gezogen und so das Unternehmen weiter entwickelt.

? Plant Ihr für euer Jubiläum ein neues Gewürz?
! In der Tat. Es sind Jubiläumprodukte geplant. Gerade experimentieren wir mit etwas, wo unser – von vielen heiß geliebter – Balkanpfeffer eine wichtige Rolle spielt. Vielleicht kommt auch noch ein spannendes Accessoire hinzu. Mehr wird aber noch nicht verraten. Lasst Euch überraschen!

? Wo seht Ihr euch in 10 Jahren?
! In zehn Jahren stoßen wir auf 20 Jahre Pfefferkontor auf einem Fischkutter in der Beringstraße an. Das haben wir schon 2006 als Fernziel unserer gemeinsamen Geschäftstätigkeit formuliert. Vielleicht auch erst in 15 Jahren – zum „Silbernen“?

? Was ist Euer größter Erfolg aus der ersten Dekade?
! Arnt: In aller Bescheidenheit glauben wir, dass wir einen kleinen Beitrag zu mehr Qualitätsgewürzen in diesem Land erbracht haben. Der Zeitpunkt vor zehn Jahren war ideal: Damals begannen sich immer mehr Menschen für gute Gewürze zu interessieren. Ein großer Erfolg für uns selbst war die schrittweise Ausrichtung auf eine Firmenphilosophie, hin zu: „Wir kennen den Menschen, der’s herstellt.“ Dieses Modell ist für uns selbst das bessere Qualitätslabel als irgendein offizielles Siegel. Außerdem haben wir, trotz unseres winzigen Sortiments, einige Gewürze exklusiv und erstmalig auf den deutschen Markt gebracht. Nämlich die grüne Paprika und den gefriergetrockneten Tasmanischen Berg-Pfeffer.
! Olga: Mit großem Abstand der schwarze Pfeffer. Das liegt zum einen natürlich an der hervorragenden Qualität. Und um die Unterschiede zu handelsüblichem Supermarktpfeffer festzustellen, muss man kein ausgebildeter Gourmet mit hoch trainierten Geschmacksknospen sein. – aber das gleiche Argument könnten wir eigentlich auch bei der Paprika, beim Zimt etc. anführen. Also wird es zum anderen natürlich auch daran liegen, dass schwarzer Pfeffer so universell einsetzbar, quasi ein Alleskönner ist. Egal ob Frühstücks-Ei, Butterbrot, Ofengemüse, Kartoffelpüree, Pfeffersteak, Linsensuppe, Chai-Tee, Kirschkompott oder Gewürzkuchen – ein paar Pfefferkörner oder Umdrehungen aus der Pfeffermühle passen immer. Und die Qualität hat erst kürzlich auch die Stiftung Warentest überzeugt.

? Welche Werte liegen euch mit Pfefferkontor besonders am Herzen?
! Der Begriff „Ehrlichkeit“ umfasst es eigentlich am besten: Wir wollen einen ehrlichen Umgang mit Herstellern, Lieferanten und Kunden gleichermaßen – und auch mit uns selbst. Dafür stehen wir mit unserem Namen ein. Wir haben lieber eine kleine, konstant hochwertige Auswahl, für deren Qualität wir garantieren können, als ein breites, mittelmäßiges Sortiment.

? Habt ihr einen „Gewürztraum“? Was würdet ihr gerne in der Zukunft realisieren?
! Unser Gewürztraum ist eine Party mit all unseren Lieferanten und Partnern – und am liebsten auch mit unseren Kunden, die uns zum Teil seit dem ersten Tag die Treue halten. Bei vielen würden wir gern einmal ein Gesicht und auch hier den Menschen dahinter kennenlernen. Wenn dann jeder Gast etwas zum Buffet mitbringt, dürfte das mehr als denkwürdig werden. In der Form bekommen wir das nun vermutlich nicht hin, aber vielleicht im etwas kleineren Rahmen…mal schauen: Das Jubiläumsjahr dauert ja noch einige Monate.

Wir drücken den Machern vom Pfefferkontor die Daumen, dass sie ihre Jubiläumsparty noch im Jubiläumsjahr organisieren können und freuen uns jetzt schon auf das Interview wenn es dann heißt: Pfefferkontor feiert sein 15 jähriges Firmenjubiläum…

Den Pfefferkontor finden Sie in Berlin in der
Kantstraße 92, 10627 Berlin
Viel Spaß beim Stöbern, Riechen und Entdecken.

Fotocredit: Pfefferkontor und Fotograf Georg Lopata

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2017-03-06T14:26:58+00:00 30. September 2016|Categories: Goodies 4 Foodies, Lebensmittel, Storys|Tags: , , , |0 Kommentare

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