Gewinner des foodies-Food Blog Award 2013 – The Kitchen Lioness

In einem Löwenrudel kümmern sich die Frauen um frische Nahrung. Ob Andrea Mohr daran dachte, als sie unter dem Pseudonym „The Kitchen Lioness“ ihren Blog ins Leben rief? foodies-Leser haben ihre Website zum Food-Blog des Jahres 2013 gewählt.

Seit Februar 2012 berichtet die „Küchenlöwin“ online von ihren Streifzügen in die Welt der Köstlichkeiten. Sie folgte damals bereits einigen kulinarischen Blogs – vor allem aus Nordamerika –und wollte sich nicht nur inspirieren lassen, sondern auch etwas zurückgeben. Vor diesem Hintergrund erschien ihr neuer Blog zunächst auf Englisch. Heute postet sie in der Regel zweisprachig, denn auch in Deutschland erfreuen sich ihre Rezepte und Erfahrungsberichte wachsender Beliebtheit.

Wer einen Blick in die Beiträge wirft (rund 10 erscheinen jeden Monat) erkennt schnell eine besondere Vorliebe für Gebackenes. Auch „Gerichte mit Geschichte“ haben es Andrea Mohr angetan. „Ich schreibe sehr gern über Rezepte, die ausschließlich an bestimmten Festtagen zubereitet werden, etwa Dreikönigskuchen oder Karnevalskrapfen“, erzählt sie. Daneben finden weitere traditionelle Gerichte den Weg in ihren Blog. So berichtet sie augenzwinkernd allen Nicht-Rheinländern von einem typischen Kölsch-Begleiter, dem „Halven Hahn“ (vegetarisch, wenn auch nicht vegan – siehe unten) und teilt Rezepte für Pfeffernüsse zur Weihnachtszeit oder einen klassischen Salade Niçoise mit ihren Lesern.

Für die Zubereitung neu entdeckter Rezepte macht sich die Bonnerin auf die Suche nach Bioprodukten und frischem Gemüse, am liebsten aus der Region. Dabei stößt sie häufig auf alteingesessene Familienunternehmen, deren Erzeugnisse es ihr besonders angetan haben: Mehl bezieht sie aus dem Nachbarort Wachtberg, Senf aus der historischen Senfmühle von Monschau in der Eifel. Darüber hinaus hat sie viel Freude daran, neue Händler für bestimmte Zutaten für sich zu entdecken. „Immer wieder finde ich in der Region alte und neue Bauernhöfe, die Obst, Gemüse, Käse, Butter und vieles mehr aus eigenem Anbau oder eigener Herstellung anbieten. So lerne ich durch mein Bloggen meine Heimatregion auf eine neue, kulinarische Art kennen“, erzählt sie.
Weitere Exkursionen führen Andrea Mohr häufig in die nahen Niederlande oder nach Belgien. Anschließend berichtet sie von ihren Entdeckungen: von leckeren Spezialitäten, lauschigen Läden und Geschäften für Genießer in Brügge oder Antwerpen, die sie anderen Reisenden empfiehlt –passende Rezepte anbei.

Ohne ihre wunderbaren Fotos wäre der Blog der Löwin übrigens nur halb so inspirierend. Angesichts der appetitlich angerichteten Leckereien fällt es schwer, sich zu entscheiden, ob man als nächstes lieber das Fenchel-Trauben-Brot oder die Schinken-Feigen-Tarte ausprobieren möchte. Selbst für ein stilecht präsentiertes Goudabrötchen legt sie sich ins Zeug: „Als ich den Kölschen ‚Halven Hahn‘ auf meinem Blog vorstellen wollte, bin ich mit Röggelchen, Senf und Käse, mit Klappstuhl und -tisch ans Kölner Rheinufer gezogen, habe Kamera und Stativ ausgepackt und versucht, ein Foto mit dem Kölner Dom im Hintergrund zu machen“, berichtet sie. „Wegen der vielen Radfahrer und Spaziergänger an jenem sonnigen Tag, die sich ständig an meinen Röggelchen bedienen wollten, ist das gar nicht so einfach gewesen.“ Das Resultat der Fotosession ist in einem Post aus dem Juli 2012 zu bestaunen, wo auch das ganze Geheimnis des „Hahns“ und des Röggelchens gelüftet wird. Auch Rheinländern, denen all das vertraut ist, sei dieser Beitrag empfohlen: schon wegen des Röggelchen-Rezepts.

Für die Zukunft hat Andrea Mohr viele Pläne. So wird sie weiterhin den amerikanischen Kochgruppen „Tuesdays …“ bzw. „French Fridays with Dorie“ treu bleiben und deren Rezepte an ihre Leser weitergeben. Von ihren Erfahrungen mit einem vegetarischen Kochbuch, das sie gerade begeistert, möchte sie sogar auf einer eigenen Website erzählen. Außerdem freut sie sich darauf, in näherer Zukunft tägliche Rezepte für Familien gesondert zu präsentieren. Es lohnt sich also die Website kitchenlioness.blogspot.de im Auge zu behalten.

Uns hat die Löwin für alle Foodies ein leckeres Rezept für Käsegebäckwürfel verraten:

Käsegebäckwürfel:

Käsegebäckwürfel

Käsegebäckwürfel

Zutaten für den Teig

  • 100 Gramm Käse (ich habe einen sogenannten „überjährigen“ Gouda genommen, reifer Cheddar wäre auch eine gute Alternative)
  • 100 Gramm Dinkelmehl (Typ 630)
  • 1/2  TL Backpulver
  • 100 Gramm griechischer Jogurt
  • eine gute Prise Meersalz
  • 20 Gramm ungesalzene Butter

Zutaten für den Belag

  • 1 TL Mohn
  • 1 TL Sesamsaat
  • 1 TL Paprikapulver (süß nicht geräuchert)
  • 1 Eigelb
  • 1 EL Wasser

Zusätzlich

  • ein Backblech
  • ein Stück Backpapier
  • Lineal
  • ein weicher Backpinsel

Zubereitung der Käsewürfel

  1. Käse grob reiben.
  2. Geriebenen Käse, Mehl, Backpulver, Jogurt, Salz und Butter in eine Rührschüssel geben.
  3. Mit den Knethaken des Handrührgerätes alles zu einem glatten Teig verkneten.
  4. Dann mit bemehlten Händen nochmals gut durchkneten und in Frischhaltefolie wickeln.
  5. Den Teig für eine Stunde in den Kühlschrank legen.
  6. Den Backofen auf 175 Grad Celsius (Umluft 150 Grad Celsius) vorheizen.
  7. Auf der bemehlten Arbeitsfläche ausrollen. Die Seiten mit einem Messer begradigen (zirka 15 cm x 15 cm) und dann Quadrate ausschneiden.
  8. Auf das mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen.
  9. Eigelb und 1 EL Wasser verquirlen.
  10. Würfel damit einpinseln.
  11. Würfel mit Sesam, Mohn und Paprikapulver bestreuen.
  12. Im vorgeheizten Backofen ca. 15 Minuten backen.
  13. Herausnehmen, auf ein Kuchengitter setzen, auskühlen lassen.

Das Käsegebäck schmeckt natürlich am besten am selben Tag. Aber es hält sich auch für ein oder zwei Tage in einer Keksdose.

Wenn man das Gebäck einen Tage vorher backt, sollte man es auf einem Backblech in dem vorgeheizten Ofen für 5 bis 10 Minuten im Ofen solange aufbacken, bis es warm und duftend ist.

Was die Wahl des Käses angeht, so nehme ich gerne einen überjährigen Gouda aus den Niederlanden („Noord-Hollandse Gouda – 48+“) – seine Würze und natürliche Farbe kommt ganz besonders gut in diesem Gebäck zur Geltung. Man kann den Gouda aber auch mit Cheddar ersetzen. Man sollte aber auf jeden Fall daran denken, die Salzmenge abhängig von der Käsesorte zu machen.

 

Autor: Tobias Rothenbücher

2017-01-17T13:10:43+00:00 24. März 2014|Kategorien: Backen, Goodies 4 Foodies, Kleingebäck, Rezepte, Storys|Tags: , , , , |2 Kommentare

2 Kommentare

  1. Andrea Mohr 25. März 2014 um 9:02 Uhr - Antworten

    Liebes foodies Team,
    herzlichen Dank für den wunderbaren Bericht ! Habe mich wirklich sehr darüber gefreut!
    Ich habe gestern den Artikel auf meiner FB Seite gepostet – https://www.facebook.com/pages/The-Kitchen-Lioness/445520985487813?ref=hl

    Liebe Grüße und weiterhin alles Gute und viel Erfolg mit der foodies – online Ausgabe,
    Andrea
    (TheKitchenLioness)

    • Ute Porz 25. März 2014 um 11:44 Uhr - Antworten

      Hallo Andrea,
      schön das Dir „Dein“ Artikel gut gefällt.
      Denke Du wirst Deinen Titel dann im Herbst gegen den Rest der Welt verteidigen müssen. Aber als Löwenmutter dürfte das auch gelingen.

      liebe Grüße von der anderen Rheinseite vom foodies-Team

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