Buchvorstellung: „Das grosse Specktakel“ – schmackhaftes Rezept für Speck-Bratäpfel

Beim Thema Speck war unser erster Gedanke: Oh je, die vielen Kalorien, Aber nach dem Durchblättern dieses wunderschön illustrierten Kochbuchs, spielte das plötzlich keine Rolle mehr, denn, noch nie zuvor ist jemand virtuoser mit dieser Kalorienbombe umgegangen und machte Lust auf dieses Specktakel.

Das grosse Specktakel_870x1024Mit „Das grosse Specktakel“ bringen die Autoren Bettina Snowdon und Martin Lagoda, dem Leser den Speck in enorm vielen Facetten und allen erdenklichen Zubereitungsarten sowie in völlig neuen Kombinationen näher. Die Fotos von Wolfgang Schardt, einem Poeten der Fotografie, lassen das Wasser im Mund zusammen laufen.

Bereits das Inhaltsverzeichnis verrät: Speck ist der Megastar in diesem Kochbuch, übernimmt meist die Hauptrolle oder spielt zumindest eine wichtige Nebenrolle. In sechs Kapitel und auf 160 Seiten wird er von grob bis fein gewürfelt, in zarten Streifen oder dicke Scheiben geschnitten, in saftigen Stücke zerteilt, ausgelassen oder knusprig gebraten, aber auch behutsam dosiert in Szene gesetzt und in den delikatesten Rezepten präsentiert.

Im ersten Kapitel geht es schon zur Sache, neben tollen Rezepten wie Speck-Salbei-Pizza oder Speckbrot wird dem Leser über drei Seiten die Herkunft des Specks erläutert. Im Kapitel „In zarten Streifen“ mit Rezepten wie Zander im Speckmantel oder Speckcarpaccio erfahren wir alles über das Thema Speck oder Schinken. Nach einen Rezept für Schweinemedallions in Speckmantel lernen wir, welcher Speck gepökelt, welcher unbehandelt oder warum Speck gesalzen wird.

Im nächsten Abschnitt, der den Namen „In dicken Scheiben“ trägt, präsentieren uns die Autoren Rezepte wie zum Beispiel Baeckeoffe oder Sauerkrautessen auf traditionelle elsässische Art. Wir tauchen mit jedem Kapitel sozusagen nebenbei immer tiefer in die Speckwissenschaft ein und lernen auch alles über die verschiedenen Specksorten.

Im Kapitel „Saftige Stücke“ kommt der Star des Buches nochmals ganz groß raus, ob im Lothringer Fleischtopf oder bei Birnen-Bohnen plus Speck. Außerdem erklären die Autoren den Unterschied zwischen Dörrfleisch, Katenspeck oder Schwarzwälder Speck. Wir erfahren ferner alles über den „Speckhimmel von Österreich“ und den Tiroler Speck.

Mit feiner Eleganz zu Schmalz geschmolzen, präsentiert der Speck im Kapitel „Flüssig und Fest“ ganz besondere Eigenschaften, zum Beispiel beim warmen Apfel-Endivien-Salat mit Speck oder bei der Gänserillette.
Dass Speck nicht nur im deutschsprachigen Raum eine große Rolle spielt, erfahren wir im Who is who – international. Da wir kurz vor der Karnevalszeit stehen, finden Rheinländer den Beitrag „Fettbäder vor der Fastenzeit“ nebst Rezept für glasierte Berliner sicher besonders wertvoll.

Im letzten der sechs Kapitel bleibt nach der Zubereitung mit Speck nur noch das Aroma und der gute Duft übrig. Die Rezepte für Dim Sum mit Garnelenfüllung, Litauische Piroggen oder Rinderbraten in Barolo, um einige zu nennen, beweisen es uns. Last but not least erfahren wir zum Abschluss noch alles über die Speckpraxis in der Küche.

foodies Fazit: Hier ist es den Autoren und dem Becker Joest Volk Verlag ein kleines Meisterwerk gelungen. Sie machen aus einem eher einfachen Produkt wie Speck in der Tat ein großes Specktakel. Alle Rezepte sind wunderbar für 4 Portionen mit Zubereitungszeit beschrieben und lassen sich auch vom wenig geübten Hobbykoch nachkochen. Besonders gut gefallen hat uns, dass der Leser in jedem Kapitel nebenbei sehr viel Wissenswertes rund um das Thema Speck erfährt. Die Fotos von Wolfgang Schardt: ein Traum. Wir empfehlen „Das grosse Spektakel“ unbedingt allen Foodies, die sowohl feine als auch deftige Küche genießen möchten. Da es so ein Kochbuch speziell über das Thema Speck bisher nicht gab, sollten auch die Kochbuchsammler zugreifen. Mit seinem edlen, schwarzen Einband und der sehr wertigen Ausstattung sowie dem modernen, ansprechenden und übersichtlichen Layout ein must have, das jede Sammlung aufwertet, allerdings nicht in den Schrank sondern neben den Herd gehört.
Mit Speck gefüllt und umhüllt sind die Speck-Bratäpfel mit Feigensenf serviert eine wunderbare Vorspeise.

 

Rezept: Speck-Bratäpfel

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Speck-Bratäpfel

Zubereitungszeit: 25 Minuten + 25 Minuten Backzeit

Für 4 Äpfel

  • 100 g geräucherter Bauchspeck am Stück
  • 200 g Zwiebeln
  • 4 leicht säuerliche Äpfel
  • 2 EL Zitronensaft
  • 4 EL Butter
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • 4 Scheiben Bacon oder Frühstücksspeck

Zubereitung:

Den Backofen auf 200 °C Ober­ und Unterhitze (180 °C Umluft) vorheizen. SPECK fein würfeln, die Zwiebeln schälen und ebenfalls fein würfeln.

Von den Äpfeln jeweils an der Stielseite einen Deckel abschneiden. Mit einem Apfelausstecher das Kerngehäuse entfernen, dabei die Äpfel nicht ganz durchstechen, damit die Füllung nicht unten herausfallen kann.

Die Öffnung jeweils etwas vergrößern, innen mit Zitronensaft beträufeln. Die Speckwürfel in einer Pfanne auslassen und ½ EL Butter hinzufügen. Die Zwiebelwürfel in die Pfanne geben. Unter Rühren dünsten, bis die Zwiebeln leicht glasig sind. Mit Pfeffer würzen und die Masse in die Äpfel füllen.

Den Apfeldeckel aufsetzen und jeden Apfel mit einer Speckscheibe umwickeln, mit einem Zahnstocher fixieren. Eine Auflaufform mit 2 EL Butter einfetten und die Äpfel hineinsetzen. Mit der übrigen Butter bepinseln und dann im vorgeheizten Backofen etwa 25 Minuten backen. Herausnehmen und auf Tellern angerichtet servieren.

Titel: Das grosse Specktakel
Autoren: Bettina Snowdon und Martin Logoda
Fotograf: Wolfgang Schardt
Verlag: Becker Joest Volk Verlag
Preis: 29,95 Euro

 

In den nächsten Tagen erfahren Sie noch wie die Autoren ein Boeuf Bourgignon, Speckcarpaccio mit Steinpilzen, Feldsalat mit Speck, Orangen und Walnüssen sowie süßen Speck mit Spitzkohl zubereiten. Sie dürfen sich schon darauf freuen.

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